| Kundenspezifische Antriebstechnik-Komponenten müssen heute zu Preisen von Standard-Maschinenelementen hergestellt werden können. Damit dies am so genannt "teuren" Industriestandort Deutschland bzw. Europa überhaupt möglich ist, müssen alle Beteiligten bis hin zum Werkzeuganbieter "an einem Strang ziehen". Mit fortschrittlichen Fräswerkzeugen ließ sich die Bearbeitungszeit deutlich verkürzen. "Fertigungskosten reduziert man nicht durch Einsparungen an den Werkzeugkosten", dieser Satz könnte eigentlich nur von einem Werkzeug-Verkäufer kommen. Doch er stammt von einem Werkzeug-Anwender, nämlich von Michael Hüsten, Diplomkaufmann und Geschäftsführer von WIAG-Antriebstechnik GmbH aus Lippstadt-Benninghausen. Zwar sind die Kaufleute im Allgemeinen an Kosten-Einsparungen in jeder Form interessiert - was Technikern und Lieferanten häufig ziemliche "Kopfschmerzen" verursacht. Denn oftmals wird nicht Prozess-orientiert zu Ende gedacht, sondern irgendwo in der Prozesskette gespart, was dann aber in anderen Bereichen zu Mehraufwand führt. |
![]() Enorme Teilevielfalt: kleinste Präzisionskomponenten bis hin zu kompletten Antriebssystemen gehören zum Wiag-Programm. |
| Von dieser "Denke" sind Michael Hüsten und seine verantwortlichen Mitarbeiter weit entfernt. Als Nischen- Anbieter, der Antriebstechnik-Komponenten in Stückzahlen von 1 bis 50.000 herstellt, können sie sich das nicht erlauben. |
![]() Bild 1. Komplette Baugruppe Zahnriemenantrieb, die von Wiag als integrierte Leistung konstruiert, gefertigt und inklusive der Normteile montiert wird. |
Vom Senior Hüsten vor gut 28 Jahren gegründet, hat sich die WIAG- Antriebstechnik bis heute zu einem Unternehmen mit 145 Mitarbeitern und einem Umsatz von 15 Millionen Euro entwickelt. Konstruiert, gefertigt und vertrieben werden Zahnriemenräder, Antriebstechnik-Baugruppen und komplette Zahnriemen-Antriebssysteme (Bild 1). Zur Ergänzung gibt es noch ein Handelsprogramm an Zahnriemen, damit die Kunden aus einer Hand die Zahnriemen-Antriebslösungen und auch den Service beziehen können. Dazu Michael Hüsten: "Entwickelt und gefertigt wird fast nur noch auf Kundenwunsch. Die Katalog-Standardteile für das Basisprogramm, die wir im Übrigen mit einem Joint Venture-Partner in Mexiko produzieren, machen nur noch etwa 5% unseres Umsatzes aus. Die Kunden spezifischen Antriebslösungen fertigen wir jedoch ausschließlich hier, wobei dies selbst bei kleinsten Stückzahlen zu Preisen der Standardteile geschehen muss, weil wir sonst trotz anerkannter antriebstechnischer Kompetenz nicht wettbewerbsfähig sein können". Hohe Teilevielfalt Die Zahnriemen-Antriebslösungen kommen in allen Maschinenbau-Bereichen zum Einsatz, also im Werkzeugmaschinen-, Textilmaschinen- und Druckmaschinenbau genauso wie in Verpackungsanlagen und in der Automatisierung. Als technische Basis stehen alle in ihren Teilungen verschiedenen Zahnriemensysteme zur Verfügung. Genauigkeiten bis zu 0,007 mm als Toleranzbereich - zum Beispiel für reversierende Antriebe - sind keine Seltenheit. |
| Bild 2. Arbeitsraum des Bearbeitungszentrums mit dem aufgespannten Gehäuse aus GG20 und dem "Tangmill"-Frässystem, mit dem die Bearbeitungszeit um 20 min verringert wurde. | ![]() |
![]() | Bild 3. Das Tangmill-Frässystem besteht aus dem Messerkopf und den "Butterfly"-Wendeschneidplatten (WSP) mit positivem Axialwinkel, der zu deutlichen Schnittkraft-Reduzierungen führt. |

![]() Bild 6. Mit dem Bearbeitungsergebnis zufrieden: Produktionsleiter Andreas Herzog und Geschäftsführer Michael Hüsten (Wiag) sowie Arne Franken, Franken Zerspanungstechnik (von links nach rechts). | Arne Franken: "Nicht nur hierbei sind wir mit den neuesten und strikt anwenderorientierten ISCAR-Produkten wieder einmal unserer eigener Wettbewerber. Der Kunde bekommt von uns jeweils das, was er braucht und was ihm nutzt. Dabei warten wir nicht auf neue Forderungen, sondern gehen, wie auch mit dem TANGMILL- Frässystem, unsererseits in Vorleistung, weil wir uns Vorteile für den Kunden versprechen". Die praktizierte "Offenheit" des Werkzeug-Herstellers ISCAR und des "Vor-Ort-Lieferanten" Franken bewährte sich erneut und ist elementarer Bestandteil der seit Jahren bestehenden, erfolgreichen Partnerschaft zwischen dem Kunden und dem Lieferanten und dessen Lieferwerk. |
| Quelle: VDI-Z II/2003 September (Edgar Grundler) |